Aktuelles vom KBV

Flächenwerbung für das Landwirtschaftliche Hauptfest 2026

Im Herbst findet vom 27.09. – 04.10.2026 das Landwirtschaftliche Hauptfest in Stutt-gart statt. Um dieses großartige Event im ganzen Land zu bewerben, sind wir wieder auf die Mithilfe unserer Mitglieder angewiesen, die Werbebanner und Plakate an Straßen- und Ortseingängen, an der eigenen Hofstelle, im Hofladen oder an anderen stark frequentierten Plätzen aufhängen. Bei Einsendung eines Fotonachweises der aufgehängten Banner und Plakate mit Angabe von Namen, Adresse und Standort des Banners/Plakates per WhatsApp an 0151 20095134 oder per E-Mail an lwh@lbv-bw.de, erhalten die Einsender wie gewohnt Freikarten für das LWH zuge-sendet.

Die Freikarten werden wie folgt vergeben:
- Für 3 Plakate (PVC, DIN A1) → 1 Freikarte
- Für 1 kleines Banner (1,6 m x 1,2 m) → 1 Freikarte
- Für 1 Großbanner (3,4 m x 1,7 m) → 2 Freikarten

Für Hofläden etc. gibt es neben den aufgeführten Materialien für den Außenbereich auch Papierplakate (DIN A1). Hierfür werden allerdings keine Freikarten vergeben.
Die Werbematerialen (auch die vorbestellten Banner) können ab sofort bei uns auf der Geschäftsstelle abgeholt werden.

Tagung der Ortsobmänner: Landwirtschaft fordert Verlässlichkeit, Praxisnähe und Bürokratieabbau

Im Gasthaus „Hirsch“ in Gomadingen-Dapfen fand die diesjährige Tagung der Ortsobmänner des Kreisbauernverbands Reutlingen statt. Im Mittelpunkt standen aktuelle landesagrarpolitische Themen sowie die Erwartungen der Landwirtschaft an die künftige politische Ausrichtung – insbesondere mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl.

In seinem Bericht sprach der Vorsitzende Gebhard Aierstock zahlreiche Themen an, die die landwirtschaftlichen Betriebe derzeit stark belasten. Die schwierige weltpolitische Lage wirke sich massiv auf das Marktumfeld aus. Hohe Dieselpreise, hohe Düngerkosten und weiterhin unzureichende Erzeugerpreise setzten viele Höfe unter Druck. Hinzu kämen Frust und Verunsicherung durch die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Landesagrarpolitik. Aus Sicht des Kreisbauernverbands ist die Fortführung und konsequente Umsetzung des Strategiedialogs Landwirtschaft von großer Bedeutung. Ebenso wichtig ist, dass die Interessen der Landwirtschaft bei der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 ausreichend berücksichtigt werden. Gerade in diesem Jahr würden dafür wesentliche finanzielle und politische Grundlagen gelegt.

Deutliche Kritik äußerte Aierstock an zusätzlichen Dokumentations- und Nachweispflichten. Insbesondere die neuen EU-konformen Dokumentationspflichten beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sorgen in vielen Betrieben für Unverständnis. Auch bei den angeforderten Sachkundenachweisen vor der Schadnagerbekämpfung sehen viele Landwirte die Grenze der Zumutbarkeit erreicht. Kritisch angesprochen wurde außerdem, dass die vom Ministerium bereitgestellte IT-App zur Dokumentation bestimmter Vorgaben aus Agrarförderprogrammen in der Praxis nur eingeschränkt funktioniere.

Als Referentin war Ministerialdirektorin Isabell Kling vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zu Gast. Sie griff die angesprochenen Punkte auf und ordnete die aktuellen Entwicklungen aus Sicht des Landes ein. Zur weltpolitischen Lage betonte sie, dass Ernährungssicherung eine zentrale Voraussetzung für Frieden sei.
Bei der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 bezog sie klar Stellung: Erforderlich seien mindestens die bisherigen Finanzmittel, der Erhalt der Zwei-Säulen-Struktur und ein weiterer Ausbau der Junglandwirteförderung. Ein konsequenter Bürokratieabbau habe für sie hohe Priorität. Auch bei der bevorstehenden Änderung der Düngeverordnung sprach sie sich für eine stärkere Regionalisierung aus. Baden-Württemberg setze mit der SchALVO und dem Baden-Württembergischen Weg seit vielen Jahren hohe Standards um.
Weitere Themen waren der Umgang mit Biber, Wolf und Saatkrähen sowie das Zusammenspiel von Naturschutz und Landwirtschaft. Dabei wurde deutlich, dass beide Bereiche nur gemeinsam erfolgreich weiterentwickelt werden können.

In der anschließenden Diskussion kritisierten die Ortsobmänner vor allem die ausufernde Bürokratie und die oft geringe Toleranz bei Kontrollen. Viele Maßnahmen würden als unverhältnismäßig wahrgenommen. Gleichzeitig gab es aus dem Teilnehmerkreis auch Anerkennung für die offenen Worte, die klaren Positionen und den persönlichen Einsatz der Referentin.
Ein wichtiges Anliegen war zudem die Öffentlichkeitsarbeit. Isabell Kling betonte, dass Landwirtinnen und Landwirte die authentischsten Botschafter ihrer eigenen Arbeit seien. Gerade deshalb sei es wichtig, die Leistungen der Landwirtschaft stärker sichtbar zu machen und den Dialog mit der Gesellschaft aktiv zu suchen.
Die Tagung zeigte einmal mehr, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Politik und landwirtschaftlicher Praxis ist.

Ministerialdirektorin Isabell Kling vom Ministerium für Ernährung
Gebhard Aierstock Vorsitzender Kreisbauernverband

Lichtmesstagung 2026

ein Muss für die Landwirtschaft im Landkreis Reutlingen am St. Johann-Würtingen, 7. Februar 2026

Die Lichtmesstagung des Kreisbauernverbands Reutlingen e.V. ist seit jeher ein fester und bedeutender Termin für die Landwirtschaft in der Region. Auch 2026 lud der Verband alle Bäuerinnen und Bauern sowie Interessierte herzlich ein. Die Lichtmesstagung fand am Samstag, 7. Februar 2026, in der Gemeindehalle St. Johann-Würtingen statt. Sie bot nicht nur Raum für Austausch und Begegnung, sondern setzte auch inhaltlich wichtige Impulse für die Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume.

Die Tagung begann mit der Eröffnung und Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Gebhard Aierstock. Nach Grußworten und Ehrungen beleuchtete er in seiner Rede aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Landwirtschaft im Landkreis Reutlingen.

Ein besonderer Höhepunkt war das Hauptreferat von Manuel Hagel, MDL, Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg. Unter dem Titel
„Starke Bauern und starke ländliche Räume – gut für Baden-Württemberg“
sprach er über die politische Bedeutung einer leistungsfähigen Landwirtschaft und stellte sich im Anschluss der Diskussion. Der direkte Dialog mit einem der wichtigsten politischen Entscheidungsträger des Landes machte die Lichtmesstagung 2026 zu einem unverzichtbaren Forum.

Ergänzt wurde das Programm durch den Geschäftsbericht von Thomas Pfeifle, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Reutlingen e.V., sowie den Bericht der Landfrauen, vorgetragen von Pia Münch. Umrahmt wurde die Tagung vom Landfrauenchor und bewirtet von den Bäuerinnen und Bauern aus Würtingen. Die Lichtmesstagung 2026 vereinte Information, politische Diskussion, Tradition und Gemeinschaft.

Demokratie vor Ort: Politik im Dialog mit LandFrauen und Bauern

Wie sieht die Zukunft des ländlichen Raums aus? Welche politischen Weichen müssen heute gestellt werden, damit Betriebe und Regionen für die Bevölkerung auch morgen noch lebenswert bleiben? Genau diesen Fragen widmete sich die politische Diskussionsveranstaltung des LandFrauenverbandes Reutlingen e.V. und des Kreisbauernverbandes Reutlingen e.V. am Mittwoch, 21. Januar 2026, in der Zehntscheuer – dem Bürgerhaus Münsingen.

Unter dem Titel einer politischen Diskussion „im doppelten Sinne“ trafen Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik, Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl sowie engagierte Akteurinnen und Akteure aus dem ländlichen Raum aufeinander. Ziel war ein offener, ehrlicher und konstruktiver Austausch über die Themen, die das Leben auf dem Land heute prägen – und morgen entscheiden.

Die Veranstaltung begann mit dem Forum des LandFrauenverbandes, das gesellschafts-, familien- und sozialpolitische Fragestellungen in den Mittelpunkt stellt. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Ehrenamt, Bildung und die Rolle von Frauen im ländlichen Raum standen dabei im Fokus.

Nach einer kurzen Pause folgte das Forum des Kreisbauernverbandes, in dem zentrale agrarpolitische Herausforderungen diskutiert wurden: Landesagrarpolitik, der Strategiedialog, Ernährungssicherung,  Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung sowie die Vermarktung heimischer Produkte. Gerade im Landkreis Reutlingen, der stark vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb geprägt ist, stehen Ökologie, Ökonomie und regionale Verantwortung in einem engen Zusammenhang.

Moderiert wurde der Abend von Silvia Ruess, Redakteurin bei BWagrar  & Gebhard Aierstock, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Reutlingen, die mit fachlicher Kompetenz und Gespür für kontroverse Themen durch die Diskussion führten.

 

Gemeinschaftsspende von 2.000 Euro unterstützt Kinder und Jugendliche des Fördervereins „Sonnenstrahlen“


Pfullingen, Adventszeit – Große Adventsfreude bei Sonnenstrahlen: Vertreterinnen und
Vertreter des Kreisbauernverbands Reutlingen, des Maschinenrings Alb-Neckar-Fils e.V.,
des LandFrauenverbands Reutlingen sowie der Familie Fritz übergaben an den Vorsitzenden des gemeinnützigen Fördervereins, Altlandrat Thomas Reumann, einensymbolischen Spendenscheck über 2.000 Euro.

Der Betrag wurde im Rahmen des Kreis-Erntedankfestes, des festlichen Gottesdienstes sowie der Gläsernen Produktion auf dem Finkhof in Pfullingen gesammelt und durch die beteiligten Organisationen und Gastgeber großzügig aufgestockt. So ergänzte der Maschinenring die Spenden der Besucherinnen und Besucher um weitere 500 Euro. Die Landfrauen steuerten den Erlös aus ihrem beliebten Kuchenverkauf mit vielen selbst gebackenen Köstlichkeiten bei, der Kreisbauernverband erhöhte die Einnahmen aus dem Glücksrad und Familie Fritz rundete den Betrag abschließend auf, so dass insgesamt die beeindruckende Summe von 2.000 Euro zusammenkam.

Bei der Übergabe betonte Gebhard Aierstock, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Reutlingen, die besondere Bedeutung des Erntedankfestes:
„Das Erntedankfest ist ein Anlass, Danke zu sagen. Es ist aber ebenso wichtig, an diejenigen zu denken, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Wir haben deshalb
entschieden, in diesem Jahr für Sonnenstrahlen zu sammeln und sind überzeugt, dass das Geld dort sehr gut aufgehoben ist. Wir Landwirte leben Nachhaltigkeit und es ist sozial nachhaltig, wenn Kindern konkret und unbürokratisch geholfen wird, deren Eltern schwer erkrankt sind, um so zu verhindern dass sie selbst psychisch erkranken.“
Marc Kemmler, Geschäftsführer des Maschinenrings, ergänzte:
„Das hat gut gepasst. Wir wollen Kindern mit unserer Spende eine Chance geben für ihr
weiteres Leben. Kinder dürfen nicht danebenstehen.“ Auch Pia Münch, Vorsitzende der Landfrauen im Landkreis Reutlingen, begründete das Engagement klar:
„Ich finde es klasse, dass dieses Angebot innerhalb des Landkreises Reutlingen besteht und damit Familien in einer existenziellen Lebenssituation unterstützt werden.“
Sigrun Fritz unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Arbeit des Vereins:„Kinder sind unsere Zukunft. Es ist wichtig, dass man sie stärkt und fördert, wenn Mutter
oder Vater erkranken.“ Im lebhaften Austausch wurde an diesem Nachmittag deutlich, wie eng die Herausforderungen in landwirtschaftlichen Familien mit der Arbeit von Sonnenstrahlen verbunden sind. Gerade die Familienhelfer des Maschinenrings und die Landfrauen begegnen immer wieder Situationen, in denen neben der Unterstützung der Betriebe auch die Begleitung der Kinder wichtig wird. Alle Anwesenden betonten dabei die enorme Bedeutung eines starken Netzwerks aus Hilfsorganisationen, Beratungsstellen und Unterstützungsangeboten
im Landkreis Reutlingen.

„Wir sind sehr dankbar für diese großherzige Spende und für die Verbundenheit mit unserem Verein“ dankte Reumann den Spendern. Beim Erntedankfest auf dem Finkhof hätten
die Gäste eindrucksvoll erleben können, wie vielfältig und herausfordernd die Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb ist, fuhr Reumann fort. „Umso mehr berührt es,
wenn aus diesem Umfeld eine so starke solidarische Unterstützung für betroffene Familien kommt.“

Informations- und Diskussionsveranstaltungen von Kreislandwirtschaftsamt und Kreisbauernverband Reutlingen

Im Dezember 2025 haben das Kreislandwirtschaftsamt und der Kreisbauernverband Reutlingen e.V. zu einer Reihe von Informations- und Diskussionsveranstaltungen eingeladen, die auf großes Interesse bei den landwirtschaftlichen Betrieben der Region stießen. Die Veranstaltungen boten eine kompakte Übersicht über aktuelle Entwicklungen in der Agrarpolitik sowie praxisnahe Hinweise für den Betriebsalltag.

Elke Weidinger, Amtsleiterin des Kreislandwirtschaftsamts, gab einen umfassenden Überblick über den Stand der Agrarförderprogramme, neue Anforderungen im Rahmen von Kontrollen sowie weitere relevante Veränderungen, die landwirtschaftliche Betriebe betrafen. Sie hob hervor, welche Anpassungen für die Betriebe besonders bedeutsam waren.

Gebhard Aierstock, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Reutlingen, berichtete im Rahmen seines Verbandsberichts über aktuelle Themen sowie über die jüngsten Entwicklungen und Aktivitäten des Verbands. Dabei zeigte er auf, welche Schwerpunkte der Verband im vergangenen Jahr gesetzt hatte.

Ein weiterer zentraler Programmpunkt war der Themenblock „Sozial- und Steuerrecht in der Landwirtschaft – Was Betriebe wissen müssen“. Thomas Pfeifle, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, informierte über wichtige sozialrechtliche Fragestellungen, steuerliche Neuerungen sowie praktische Hinweise zur rechtlichen Absicherung landwirtschaftlicher Betriebe.

Die Veranstaltungsreihe unterstrich, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Verwaltung, Verband und landwirtschaftlichen Betrieben ist, um Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

 

Delegiertentagung des Kreisbauernverbands Reutlingen: Landwirtschaft im Spannungsfeld von Energie, Politik und Markt

Münsingen/Dapfen. Der Kreisbauernverband Reutlingen hat am Samstag, den 29. November 2025 seine Delegiertentagung im Gasthaus Hirsch in Dapfen abgehalten. Vorsitzender Gebhard Aierstock begrüßte gut 40 Delegierte aus dem gesamten Landkreis. Neben agrarpolitischen Entwicklungen standen die Energiewende, Tiergesundheit und regionale Herausforderungen im Fokus.

In seinem Jahresbericht ging Gebhard Aierstock auf wesentliche Entwicklungen in der
Agrarpolitik und der Verbandsarbeit ein. Er kritisierte die weiterhin hohe Bürokratiebelastung
im Zuge der GAP, die Unsicherheiten in der Bundesagrarpolitik sowie die landesspezifischen
Anforderungen in Baden-Württemberg, die viele Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen
stellen. Gleichzeitig warf er einen kritischen Blick auf die zunehmend volatilen Agrarmärkte:
Preisschwankungen, hohe Produktionskosten und zunehmende Importsensibilität setzten die
Betriebe stark unter Druck. Der Verband werde sich weiterhin für faire Rahmenbedingungen
und eine verlässliche Agrarpolitik einsetzen. Aierstock betonte, dass der Verband sich mit
seinen Fachleuten auf allen politischen Ebenen engagiert für faire Rahmenbedingungen
einsetze und die Interessen der Betriebe geschlossen vertrete.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Tagung lag auf einem Fachvortrag von Dr. Dominik
Modrzejewski, der die Rolle der Photovoltaik in der Landwirtschaft beleuchtete. Er machte
deutlich, dass Dach- und Agri-PV-Anlagen wichtige zusätzliche Einkommensquellen darstellen
können und zur Energieunabhängigkeit der Betriebe beitragen. Zugleich warnte er vor einer
unkontrollierten Ausweitung von PV-Anlagen im Außenbereich. Angesichts knapper
landwirtschaftlicher Flächen sei eine sorgfältige planerische Abwägung unerlässlich, um die
landwirtschaftliche Produktion nicht zu beeinträchtigen und rechtliche Konflikte zu vermeiden.
Ein weiteres zentrales Thema war die zunehmend angespannte Situation am Strommarkt. Die
hohe Einspeisung von Solar- und Windenergie führt insbesondere in Zeiten geringer
Nachfrage immer häufiger zu einem Überangebot an Strom. Um diesen Entwicklungen zu
begegnen, regelt das Solarspitzengesetz vom Februar 2025, dass bei negativen Strompreisen
keine Vergütung für eingespeisten Solarstrom mehr gezahlt wird. Aus Sicht des
Kreisbauernverbands macht dies deutlich, dass der massive Ausbau netzdienlicher
Stromspeicher zwingend erforderlich ist, um erneuerbare Energien sinnvoll nutzbar zu halten
und die Landwirtschaft vor wirtschaftlichen Nachteilen zu schützen.

Einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich Tierseuchen und
Tierschutz im Landkreis gab Dr. Thomas Buckenmaier vom Kreisveterinäramt. Er hob die
anhaltenden Herausforderungen durch Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit und
Vogelgrippe hervor, die Betriebe und Behörden weiterhin fordern.
Zudem berichtete er über Beanstandungen bei amtlichen Kontrollen, insbesondere im Bereich Tiertransporte. Hier seien tierschutzrechtliche Anforderungen und Dokumentationspflichten von großer Bedeutung, um Sanktionen zu vermeiden.

Von Seiten des Kreislandwirtschaftsamts berichtete Elke Weidinger über anstehende
Veranstaltungen, aktuelle Änderungen bei Förderprogrammen, Vorgaben der
Düngeverordnung und Aktivitäten zur „gläsernen Produktion“. Ziel dieser Maßnahmen sei es,
Verbraucher transparenter über Herkunft, Erzeugung und Qualität regionaler Lebensmittel zu
informieren und so das Vertrauen in die Landwirtschaft zu stärken. Weidinger betonte die
Bedeutung einer aktiven Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, um
Vertrauen zu stärken und Missverständnisse abzubauen.

Zum Abschluss stellte der Vorstand den Jahresabschluss 2024 vor, der von den Delegierten
ebenso bestätigt wurde wie die Anpassung des Mitgliedsbeitrags.
Die Tagung machte deutlich: Landwirtschaft im Landkreis Reutlingen steht im Spannungsfeld
von Energiewende, politischen Vorgaben, Tiergesundheit und wirtschaftlichen
Herausforderungen. Der Kreisbauernverband will diesen Wandel aktiv begleiten und sich
weiterhin stark für die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe einsetzen.